LEADER/CLLD-Jahreskonferenz hat in Quedlinburg stattgefunden

LEADER-Konferenz Tagung
Foto: Amtshof Eicklingen

In diesem Jahr fand die LEADER/CLLD-Jahreskonferenz am 14. September 2017 in Quedlinburg statt. Gemeinsam mit der LAG Rund um den Huy, der LAG Nordharz und der LAG Harz luden die EU-Verwaltungsbehörden ELER, EFRE und ESF die entsprechenden Akteure zur Veranstaltung unter dem Motto: „Lokale Strategien – Vielfalt in Europa“ ins Palais Salfeldt ein.

Nach einer Begrüßungsrunde und verschiedenen Ehrungen erfolgte der Einstieg in die CLLD-Thematik, indem in drei verschiedenen Vorträgen über die Erfahrungen und Herausforderungen zu CLLD in Schweden, in der Tschechischen Republik sowie als Überblick in allen Mitgliedstaaten der EU berichtet wurde. Die anschließende Diskussion mit den Vortragenden und den Teilnehmern wurde rege geführt.

LEADER-Konferenz Exkursion NH
Foto: Amtshof Eicklingen

Nach diesem informationsreichen Vormittag wurden Exkursionen angeboten, die Einblicke in beispielhafte Projekte der gastgebenden Lokalen Aktionsgruppen im Landkreis Harz gewähren sollten. In der LAG Rund um den Huy wurden Projekte in Osterwieck und Deersheim vorgestellt. Die Gruppe, die sich für eine Exkursion in das Gebiet der LAG Nordharz entschieden hat, besuchte Projekte in Quedlinburg und Neinstedt, wohingegen Teilnehmer der Exkursion der LAG Harz Einblicke in Projekte aus Drübeck, Veckenstedt und Silstedt erhielten.

Nach den Exkursionen trafen sich alle Teilnehmer im Festsaal des Rathauses von Quedlinburg zum Empfang durch den Oberbürgermeister. Wer danach noch fit genug war, konnte Quedlinburg bei einer Stadtführung durch einen Nachtwächter von einer anderen Seite kennenlernen.

Blicke über den Tellerrand – Kooperationsprojekte für die LEADER-Region

Foto: Amtshof Eicklingen

Stadt Seeland/ OT Schadeleben – Am 15. Juni 2017 fand die erste gemeinsame Veranstaltung der Lokalen Aktionsgruppen des Salzlandkreises statt. Nach einem informativen Teil wurde das Thema Kooperationsprojekte auf spielerische Weise in unterschiedlichen Workshops durch die Teilnehmer erarbeitet.

Rund 36 Teilnehmer der Lokalen Aktionsgruppen der LEADER-Regionen „Aschersleben-Seeland“, „Börde-Bode-Auen“, „Bördeland“, „Elbe-Saale“ sowie „Unteres Saaletal und Petersberg“ fanden trotz des schönen Wetters den Weg nach Schadeleben ins Seelandforum. Eingeladen wurden sie von ihren LEADER-Managerinnen, Gastgeberin der Veranstaltung war die LAG Aschersleben-Seeland. Ziel war es einerseits, den Mitgliedern weitere Kompetenzen zum Thema Kooperationsprojekte zu vermitteln, damit diese ihre Erfahrungen im jeweiligen Bürgergremium fundiert und zielgerichtet einbringen können. Andererseits bestand schon lange der Wunsch, dass sich die verschiedenen Gruppen kennenlernen und untereinander vernetzen. Denn aus dieser Vernetzung können neue Ideen für gemeinsame Kooperationen entstehen.

Das Thema Kooperationsprojekte nimmt in der LEADER-Förderung einen großen Stellenwert ein. Ziel ist es, vorhandenes Wissen mit anderen Regionen zu verknüpfen und sich gegenseitig zu unterstützen, so dass alle Beteiligten durch ein Projekt profitieren können. Doch gerade hier liegt auch manchmal das Problem: viele Akteure scheuen den durchaus komplexen Prozess. Dieser kann durch räumliche und möglicherweise auch sprachliche Distanz zusätzlich erschwert werden.

Im informativen Teil der Veranstaltung wurden Beispiele für gelungene Projekte vorgestellt und die Grundlagen für Kooperationen in Sachsen-Anhalt durch Frau Heike Winkelmann von der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH vermittelt. Auch das Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ des Salzlandkreises wurde durch den Projektleiter Dirk Helbig persönlich vorgestellt. Aus diesem Vorhaben leiteten sich auch die drei Themen für die anschließenden Workshops ab: Tourismus, Versorgung und Mobilität.

Nach einer kurzen Stärkung startete die Workshop-Phase. Zu den genannten Themen sollten verschiedene Ansätze entwickelt werden. Dies geschah aber auf eine ungewöhnliche Weise. Die Teilnehmer betrachteten die Problemstellungen nicht aus ihrer eigenen Sicht heraus, sondern schlüpften in die Rolle eines themenrelevanten Akteurs. So war es durchaus möglich, dass ein Bürgermeister zum Lebensmittelhändler wurde, Ideen aus dieser neuen Funktion heraus entwickeln und seinen eigenen Hintergrund ausblenden musste. Anfangs noch zögerlich, nahm die Diskussion schnell Fahrt auf und es entwickelten sich angeregte Gespräche. Die Teilnehmer konnten einen Blick über den Tellerrand werfen und ohne Rücksicht auf vorhandene Hierarchien auf Augenhöhe miteinander diskutieren. Aus der spielerischen Entwicklung von Ideen kam es so schnell zu einer Übertragung auf die Realität. Die Teilnehmer waren so gefesselt, dass trotz der späten Stunde alle engagiert in den Gruppen beteiligt waren und die Arbeitsphase durch die Workshop-Leiter von „place/making“ aus Berlin sanft beendet werden musste. Im Anschluss nutzten einige Teilnehmer die Gelegenheit, den Austausch mit neu gewonnenen Kontakten zu intensivieren.